10. März 2011

Wirtschaft - Das IHK-Magazin für München und Oberbayern

Textile Architektur - Erlebnis Raum

Die Koch Membranen GmbH Kunststofftechnologie in Rimsting am Chiemsee hat sich mit Licht- und Akustikprodukten einen Namen gemacht. Eine zentrale Rolle spielen Design und innovative Textilien zur Verbesserung der Raumakustik und zum Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Hans-Jürgen Koch weiß aus jahrzehntelanger Erfahrung, worauf es in seiner Branche ankommt. Schon seit 1969 ist der 62 Jahre alte Unternehmer im klassischen Textilbau tätig. Zunächst fokussierte er sich auf Lösungen für die Außenbereiche von Gebäuden, beispielsweise Überdachungen oder Fassaden. Auf der Suche nach neuen, wachstumsträchtigen Marktnischen begann er ab Anfang 2002 die bewährte Technologie zusätzlich im Bereich Innenarchitektur einzusetzen. Dieser Schritt sollte sich als goldrichtig erweisen. „Mittlerweile erwirtschaften wir etwa 50 Prozent unseres Umsatzes mit der Innenarchitektur,“ freut sich Koch, geschäftsführender Gesellschafter der Koch Membranen GmbH Kunststofftechnologie in Rimsting am Chiemsee. Für das Produktportfolio verarbeitet das Unternehmen spezielle Membranwerkstoffe und fertigt sie, je nach Kundenwunsch, auch maßgeschneidert. Zu seiner Klientel gehören Architektur- und Planungsbüros, das Ausbaugewerbe, Messebauer und Stahlbauunternehmen, aber auch öffentliche Auftraggeber, Kirchen oder vereinzelt sogar private Auftraggeber. Immer mehr Anfragen kommen zudem aus dem Ausland. Die steigende Nachfrage aus dem In- und Ausland kommt nicht von ungefähr: „Zunehmend wird nach neuen Möglichkeiten für eine attraktive Raumgestaltung gesucht, mit der optische und akustische Vorteile vereint werden können“ betont der Unternehmer. Kochs Akustikschirme zum Beispiel eignen sich für Büroräume jeglicher Größe sowie auch für Callcenter: Sie sorgen einerseits für ein angenehmes, weiches Streulicht und reduzieren zugleich den Schallpegel. „Im gesamten Office-Bereich tragen unsere Produkte erheblich zum Wohlbefinden der Menschen bei. Das wiederum erhöht die Arbeitsmotivation, verbessert das Betriebsklima und erhöht letztlich die Leistungsfähigkeit“, bekräftigt Hans-Jürgen Koch, der in seiner oberbayerischen Manufaktur inzwischen laufend nach zusätzlichen, qualifizierten Mitarbeitern sucht.

Doch auch in Kantinen, Foyers, Besprechungsräumen oder Wartezimmern minimieren solche Gestaltungselemente zum einen die Lärmbelästigung und garantieren zum anderen eine angenehme Lichtdurchflutung. Bei der Herstellung kommen verschiedenste Materialien aus unterschiedlichen Membranwerkstoffen zum Einsatz, etwa Thermoplaste, Elastomere, Fluorpolymere, Gewebe, beschichtete Gewebe und Folien. Mit solchen Materialien hat Koch zudem eine Reihe von innovativen Membranen mitentwickelt. Das schwer entflammbare Licht- und Akustikgewebe Artex® beispielsweise besitzt eine optimale Transluzenz und bewirkt ein augenfreundliches Streulicht. Das kunststoffbeschichtete Glasgewebe Helioflon® wiederum ist nicht brennbar, reflektiert einen Großteil der Sonneneinstrahlung und setzt bei der Verdunkelung wie bei der Klimatisierung von Räumen neue Maßstäbe.

Beim Herstellungsprozess ist für die einzelnen Fertigungsschritte viel handwerkliches Geschick nötig: Vom Schweißen und Nähen über Kleben und Klemmen bis zu den Arbeiten in der firmeneigenen Schlosserei. Hans-Jürgen Koch, der alle Produktionsschritte bis zur Endmontage durchführt, bekräftigt: „Unser Werk in Rimsting ist in unserer Branche eines der ganz wenigen Unternehmen, das praktisch alle relevanten Materialien verarbeiten kann; unsere Fachkräfte sind stets auf dem neuesten Stand.“ Auch moderne Computertechnik und spezielle Berechnungssoftware kommen zum Einsatz. Nachdem die verschiedenen Schnittmodelle mit Computerhilfe berechnet worden sind, werden die Zuschnitte auf das in Rollen angelieferte Rohmaterial übertragen und die einzelnen Teile anschließend miteinander verschweißt oder vernäht.

Auch bei der Gestaltung von Außenbereichen, zum Beispiel von Fassaden oder öffentlichen Plätzen, trifft er den Geschmack seiner Auftraggeber. „Unsere Membranprodukte sind leicht, witterungsbeständig, nahezu wartungsfrei und oftmals eine sehr wirtschaftliche Lösung“, verspricht der Unternehmer. Gleichfalls bewährt haben sich seine Lösungen im Event und Messebau. Die Vielseitigkeit der Membrankonstruktionen ermöglicht hier einen nahezu unbegrenzten Spielraum für ungewöhnliche Farben- und Formenspiele. Damit lassen sich auf Messeständen auffällige Akzente setzen, etwa mittels farbiger Membranen, mit bedruckten Geweben oder dem Einsatz von farbigem Licht. In vielen Fällen bietet sich – neben kompletten Textilkonstruktionen mit Stahl- oder Aluminiumkomponenten – auch der Einsatz von einfachen Systemelementen an: Lichtdecken etwa, abgespannte Segel, bedruckte Raumteiler oder auch nur einfache Membranzuschnitte mit Firmenlogo lassen sich für den individuellen Bedarf oder nach Architektenentwürfen herstellen. Zu den weiteren Vorteilen solcher Produkte gehören das leichte Transportgewicht, die extrem kurzen Auf- und Abbauphasen, ihre Flexibilität, geringes Lagervolumen sowie ihre Wirtschaftlichkeit. Hans-Jürgen Koch ist überzeugt: „Die modernen Membranen erfüllen sämtliche Ansprüche, die heutzutage an hochwertige Konstruktionen und architektonische Elemente gestellt werden.“ Mehr noch: Die schier unerschöpfliche Vielfalt in der Formgebung spiegelt sich nicht zuletzt in der Vielzahl der Einsatzmöglichkeiten seiner Produkte wider. Koch-Membranen wurden zum Beispiel in Hallenbädern, unter anderem in Celle, Dachau oder Weilheim, integriert und finden sich in Wellness-Bereichen von Hotels ebenso wie in den Frankfurter Stadtwerken, am Münchner Flughafen, in Schulen, Galerien sowie in Krankenhäusern oder Theatern. Im antiken römischen Theater im südfranzösischen Orange würde das Dach ohne die Membranprodukte aus Rimsting den Schall reflektieren und ein starkes Echo hervorrufen. Koch erklärt: „Die Lösung besteht in einer unter die abdichtende Dachhaut aus Glas gehängte Konstruktion aus Metallgewebe und unserem Artex®-Gewebe, das den Schall in großem Maße dämpft und kaum reflektiert.“ Eine ungewöhnliche Variante wurde für die Heilbadelandschaft Bad Kissingen gewählt: Dort sind die tragenden Betonsäulen mit Artex®-Membranen verkleidet und zu Lichtsäulen umgestaltet worden. Dabei reduziert das Gewebe die Nachhallzeit und sorgt so für angenehme Akustik und eine interessante Optik. Die Vorteile der Produkte aus dem oberbayerischen Rimsting am Chiemsee kommen auch den Pilgern im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima zugute. Dort wurde in der mit 8600 Sitzplätzen weltweit viertgrößten katholischen Kirche die abgehängte Decke mit 18 Einzelmembranen mit einer Größe von bis zu 600 m² je Membran ausgestattet. Im Zuge jahrelanger Planung und Beratung entwickelte Koch die Konstruktion sowie das Montagekonzept und konfektionierte die großflächigen Membranen im Werk in Rimsting. Koch bringt den Nutzen auf den Punkt: „Durch das eingesetzte Helioflon®-Lichtgewebe entsteht ein gleichmäßig ausgeleuchteter Kirchenraum, der für die Besucher eine besonders angenehme und beruhigende Atmosphäre bietet.“

Josef Stelzer

Breite Palette
Standardprodukte der Koch Membranen GmbH Kunststofftechnologie in der Innenarchitektur:

Akustikschirme leuchten den Arbeitsplatz optimal aus, minimieren die Schallentwicklung und schaffen eine angenehme Atmosphäre.

Akustiksegel werden unter die Decken montiert und erzeugen in ihren unterschiedlichen Ausführungen einen reduzierten Geräuschpegel sowie eine ansprechende, interessante Lichtgestaltung.

Akustikboxen wurden für die Deckenmontage konzipiert; die einfache Montage ermöglicht einen schnellen und flexiblen Einsatz.

Licht- und Akustikelemente verbinden Akustik mit Lichteffekten; eine transparente Platte auf der Oberseite lässt Licht durch und verbessert die Schallabsorption.

Wirtschaft – Das IHK-Magazin für München und Oberbayern – 03/2011


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